Predigten

Reichweite Frieden – Gottesdienst

Gottesdienst zur Eröffnung der ökumenischen Friedensdekade am 7.November 2021 in der Paulusgemeinde Zehlendorf (GBR und Weltladen)

Musik zum Beginn

Begrüßung und Eröffnung

  • „Im Namen des Vaters ….“, liturgische Einleitung, Wochenspruch: Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Mt.5,9)
  • Begrüßung der Beteiligten (HS)
  • Einführung in das Thema „Friedensdekade“ (SI)

Lied: SJ 40 (Kommt herbei…)

Psalmgebet: Ps. 85 (SJ 302) (HS)

Gloria patri

Besinnung:

(Fr. Sch)

Wir wollen ruhig werden und uns vor Gott besinnen:

Reichweite Frieden

Fängt doch der Frieden bei mir und in mir an.

Gott, du kennst meine Unruhe, mein Eilen von einem zum anderen,

du kennst meine Ängste und Sorgen,

meine Grenzen, die ich mir selber setze,

meine Kurzsichtigkeit.

Öffne meine Sinne und befreie mich von

Bösen Worten, kränkender Ignoranz,

selbstzufriedener Genügsamkeit

Liedruf: SJ 38, 1: „Meine engen Grenzen…“

Reichweite Frieden. (SV)

Auf der Erde ist das eine große Aufgabe.

Das Klima ändert sich; wir spüren immer stärker Unwetter und Dürren.

Auch zwischen den Menschen wird der Ton rauer,

abwertende Blicke, Ausgrenzung und Diskriminierung nehmen zu.

Die Größe der Probleme drückt uns nieder und wir fühlen uns ohnmächtig angesichts der Probleme und Aufgaben.

Liedruf: SJ 38,2: „Meine ganze Ohnmacht …“

Reichweite Frieden. (Fr Rei)

Eigentlich wissen wir, wie Frieden geht:

Ehrlich und fair sein den Menschen, der Welt und jeder Kreatur gegenüber.

Nur: wir trauen dem Frieden oft nicht.

Zu viele schöne Worte und leer Versprechen.

Wir wollen nicht mitmachen in diesem Reigen und darum machen wir aus Ängstlichkeit heraus gar nichts.

Liedruf: SJ 38,3: „Mein verlorenes Zutraun …“ 

Reichweite Frieden. (Fr.Ri)

Wie schön ist die Vorstellung,

dass Frieden weit reicht, weiter als unser Denken, weiter als unser Handeln.

Wie sehnen uns nach Freiheit, die über Grenzen springt und Freiheit für jedes Wesen auf dieser Erde möglich wird. Ein Traum, eine Vision, die wir uns kaum trauen auszusprechen.

Liedruf: SJ 38.4: „Meine tiefe Sehnsucht …“

Kollektengebet: (BK)

Lasst uns beten:

Gott, Quelle des Friedens, unser Leben steht im Zusammenhang mit allen anderen Menschen, mit allen Lebewesen dieser Erde, mit dem Wesen Erde, das wir so wenig verstehen und achten. Und doch hast du uns zugesagt, dass das dein Reich schon begonnen hat. Wir können es kaum glauben. Und so ist es gut, dass wir hier zusammenkommen, um Worte aus der Bibel zu hören und Hoffnung zu schöpfen für die Zukunft. Denn du hast uns zu Mitarbeiter*innen an deinem Reich berufen.

So wirr wir dich öffne unser Herz, wenn wir nun dein Wort hören, damit wir neue Schritte aus deiner Gnade gehen können und Frieden leben in dieser Welt.

Das bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

Ehr` sei dir, oh Herre.

Lesung: Lk. 17,20-21 (Fr.Sch und SV)

Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes? Antwortet er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man`s beobachten kann; man wir auch nicht sagen: Siehe, hier ist es! Oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.

Luther übersetzt: „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden. Sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.“

Lob sei dir, oh Christe.

Sologesang: „How long …“ (Adelsberger)

Bekenntnis: (nach Dietrich Bonhoeffer)

Ich glaube,

dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Lied: Liedblatt

Predigt

(HS) Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt. Amen.

Liebe Gemeinde,

Frieden ist ein großes Ziel und doch ist er so selbstverständlich notwendig und wichtig, dass keinen auf die kommen würde, dies zu leugnen. Überall auf der Welt sehen und erleben wir, was es bedeutet, wenn Menschen Frieden nicht finden und diesen nicht leben. Das diesjährige Thema der ökumenischen Friedensdekade macht uns deutlich, wie weit reichend Frieden ist, in wie vielen Bereichen dieser eine bestimmende Rolle spielt. Es beginnt bei uns selbst, dem Verhältnis, das wir zu uns selber haben. Schaue ich morgens in den Spiegel und finde ich gut, was ich sehe oder beginne ich gleich mit dem Korrekturprogramm. Unsere Vorstellung von uns selbst verursachen den Krieg, die Unruhe und Unfrieden, den wir den ganzen Tag mit uns umhertragen und folglich auch nach außen strahlen. Frieden beginnt bei mir selbst, in meinem Herzen, wenn ich ja zu mir selbst sagen kann. Wenn ich zulassen kann, was geschieht, das nicht in meinem Einfluss liegt. Frieden beginnt in mir, wo ich Harmonie mit der Welt um mich herum spüre, Harmonie mit der Natur, mit den anderen Menschen, wenn ich mich als Teil des Ganzen verstehe und begreife, dass die Welt nicht von mir abhängig ist. Ich bin nur ein Teil unbedeutend und doch wichtig. Frieden in Körper, Seele und Geist. Gleichgewicht in allem und Balance zwischen allem. Ich befinde mich in meiner Mitte.

Um das Licht des Friedens in die Welt zu tragen, sollten wir an uns selber arbeiten, dass dieses Gleichgewicht in uns von Beständigkeit ist und nicht so leicht ins Wanken kommt. Friede in uns und Friede in der Welt.

Die Aufgabe des Friedens ist groß und darum braucht es Menschen an vielen Orten und unterschiedlichen Initiativen, die mitarbeiten und diesen Frieden umsetzen und gestalten und die Friedensdekade unterstützen. Stellvertretend für viele wollen wir hier einige nennen und eine Kerze anzünden.  

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (Fr.Rei)

Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Verbrechen ist für Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e. V. (ASF) Motiv und Verpflichtung für konkretes Handeln in der Gegenwart. Seit 1958 organisiert die ASF internationale Freiwilligendienste und Sommerlager.

Augsburger Friedensinitiative (BK)

Die Augsburger Friedensinitiative (AFI) ist ein lockeres Bündnis verschiedener Organisationen und engagierten Einzelpersonen, die gegen Krieg und Militarismus aktiv sind. Sie besteht seit 1980 und führt unter anderem den Augsburger Ostermarsch und die Augsburger Friedenswochen durch. 

Musik – Gong

Brot für die Welt (SI)

Die Aktion „Brot für die Welt“ ist Teil des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung e. V. (EWDE). Der Kern der Arbeit widmet sich der Stärkung der Armen, der Friedensförderung und der Bewahrung der Schöpfung. „Förderung von Friedensarbeit, konstruktive Konfliktbearbeitung und friedenspolitische Lobbyarbeit sind für uns integraler Teil unseres entwicklungspolitischen Handlungsfeldes“, heißt es in der Selbstdarstellung.

#freiundgleich (Frau Rie)

#freiundgleich ist eine im Jahr 2018 zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von der EKD ins Leben gerufene Menschenrechtsinitiative. Sie informiert auf vielfältige Weise medial sowie bei Veranstaltungen und Ausstellungen über Menschenrechte.

Musik – Gong

gewaltfrei handeln (Fr. Sch)

Der Verein „gewaltfrei handeln e. V. – ökumenisch Frieden lernen“ wurde 1992 von Christen gegründet, die sich dem weltweiten ökumenischen „konziliaren Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ verpflichtet fühlen. Durch Bildungsarbeit soll über Konfessionsgrenzen hinweg der Frieden gestärkt werden.

Netzteufel (BK)

Das von der Evangelischen Akademie Berlin ins Leben gerufene Projekt analysiert Hatespeech in den Social Media und überlegt, „welche Erzählungen aus den christlichen Traditionen helfen können, Hass und Abwertung zu widerstehen und menschenfreundliche Narrative zu schaffen.“

Pax Christi (Fr. Rei)

Pax Christi – „Friede Christi“ – ist eine internationale katholische, aber ökumenisch offene, Friedensbewegung. Ihre Gründung geht auf eine Versöhnungs-Initiative von Frankreich und Deutschland am Ende des Zweiten Weltkriegs zurück.  

Musik – Gong

Bienen für den Frieden (SV)

Bienen fliegen überall hin, auch über von Menschen gesetzte Grenzen, um sich zu ernähren und die blühenden Pflanzen zu bestäuben. Ohne dieses Verhalten der Bienen hätten wir kein Obst oder Gemüse und auch keine Blumen – zu wenig zu essen und ein Mangel an Schönheit. Darum ist die Arbeit dieser Tiere nicht nur für uns Menschen, sondern auch für unzählige andere Lebewesen essentiell. Schon deshalb müssen wir sie schützen. Dadurch dass die Bienen sich an unseren Grenzen nicht stören, können sie auch als Friedensbotschafterinnen betrachtet werden: Unsere Religionen und humanistische Traditionen fordern uns zu Nächstenliebe, Mäßigung und der Bewahrung der Natur auf. Dennoch scheitern wir als Menschen daran, eine Welt ohne Diskriminierung, Krieg und die Ausbeutung der Erde zu schaffen. Wir halten uns an unseren Grenzen fest, obwohl wir zuallererst Menschen sind, die von dieser kostbaren Erde und ihrer Vielfalt an Lebewesen abhängig sind. Das Beispiel der Biene könnte uns aber auch ermutigen, es ihnen gleich zu tun, in dem wir (religiöse) Grenzen überwinden in der gemeinsamen Sorge um das Wohl aller. Mögen die Bienen uns ständig an Frieden und die Achtung vor dem Leben erinnern.

World-Vision Frieden für Kinder (Fr.Sch)

„Wenn sich zwei Elefanten streiten, leidet das Gras.“ (afrikanisches Sprichwort)

Die Zahl gewaltsamer Konflikte und Militärinterventionen steigt seit Jahren. Insbesondere in Afrika ist mit einer weiteren Zunahme zu rechnen. Die Folgen sind katastrophal, besonders für die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft. Allein im letzten Jahrzehnt wurden zwei Millionen Kinder durch Kriege getötet, 300.000 Kindersoldaten sind zurzeit weltweit in Armeen und Milizen tätig. Weltweit jedes zehnte Kind lebt in einem Land mit einem gewaltsam ausgetragenen Konflikt. Ohne Konfliktlösung und Friedensförderung wird nachhaltige Entwicklung in vielen Ländern zu einem schier unerreichbaren Ziel.

Musik – Gong

(HS) Liebe Gemeinde, viele Menschen sind am Frieden interessiert, viele arbeiten mit, viele leben die Idee des Friedens. Überall gestalten Menschen die Welt so, dass Himmel auf Erden möglich sein kann, dass das Gottesreich anbrechen kann. All das kann uns Mut machen, um in die Zukunft zu gehen wir sind nicht allein mit dieser Vision. Und auch Gottes Geist begleitet uns, trägt uns, wenn die Aufgabe zu schwierig scheint, er tröstet uns, wenn wir verzweifeln wollen, er feiert mit uns, wenn etwas glückt. Vertrauen wir auf diese lebendige Kraft in Gottes Gegenwart.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahrte unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unseren Herrn. Amen.

Lied: SJ 178

Ankündigungen (SI)

Lied: SJ 176

Fürbitte:

(HS) Gott, Weg des Friedens, wir sehen in unserem Leben die Zerrissenheit, die Atemlosigkeit unseres Handelns, die Unruhe in unserem Herzen. Von Frieden fühlen wir uns manchmal weit entfernt.

(BK) Wir bitten dich, rühre uns an mit deinem Geist, dass wir in unserem Mitte finden, das Gleichgewicht in unserem Leben entdecken und so mit für uns selbst und unsere Umwelt friedlich wirken können. Denn du hast uns zu Mitarbeitenden an deinem Reich berufen.

Gemeinsam rufen wir: Herr, erbarme dich.

(HS) Gott Weg des Friedens, mit unseren Mitmenschen leben wir oft in Auseinandersetzungen, denn es gefällt uns nicht, was wir so sehen und erleben. Wir haben andere Vorstellung. Und so kritisieren wir unseren Nächsten, verurteilen ihn und geben ihm kaum eine Chance, einen anderen Weg zu gehen.

(Fr. Schaer) Wir bitten dich, rühre uns an mit deinem Geist, dass wir sanfter werden, die verschiedenen Wege als eine Chance verstehen und so mit den vielen Menschen am Frieden in dieser Welt im Kleinen und im Großen mitarbeiten können.  Denn du hast uns zu Mitarbeitenden an deinem Reich berufen.

Gemeinsam rufen wir. Herr, erbarme dich.

(HS) Gott, Weg des Friedens, wenn wir in die Welt schauen, dann sehen wir, dass sehr viel zu tun ist. Der Friede mit der Natur steht an der ersten Stelle, aber auch der bewaffnete Kampf zwischen Menschen ist so sinnlos, dass er beendet werden sollte, denn Menschen erfahren unendliches Leid dadurch und wissen nicht, wie sie weiterleben sollen.

(SI) Wir bitten dich, rühre uns an mit deinem Geist, dass wir Mitgefühl bei uns entwickeln und den Menschen in Not zur Seite stehen. Lass uns nicht müde werden, Unrecht zu benennen, damit Frieden und Gerechtigkeit immer mehr gelebt werden können. Denn du hast uns zu Mitarbeitenden an deinem Reich berufen.

Gemeinsam rufen wir: Herr, erbarme dich.

(HS) Alles, was uns bewegt und was uns auf dem Herzen liegt, wollen wir dir in der Stille sagen.

Stille

Gemeinsam beten wir: Vater unser

Sologesang: A clare Benediction

Segen

Musik zum Abschluss