Wenn du merkst, du sitzt auf einem toten Pferd, dann steig´ ab!

Indianisches Sprichwort

Mein Werdegang

Ländliches Aufwachsen im Brandenburgischen zur Zeit der DDR war für mich prägend. Als Kind war für mich alles überschaubar und berechenbar. Es war ein einfaches und sehr gläubiges Elternhaus, in dem ich aufwuchs. Aus dieser Tradition heraus entstand meine Eigenständigkeit und Freiheit im Denken schon in frühen Jahren. In der Schule wurde es für mich nicht leichter, denn eine eigene Meinung führte zu Konflikten mit den Lehrern, der Schulleitung und mit dem System. Einen eigenen Weg finden und ihn dann auch gehen, war für mich prägend.

In meiner Erinnerung sehe ich mich als Jungen von 4 Jahren mit meinem Kinderfahrrad am Zaun der Nachbarn stehen und höre ihnen zu. Zwei Menschen, die mir ihre Geschichte erzählten.

Was wir erleben, ist die Folge von bestimmten Zusammenhängen. Manchmal verstehen wir sie und manchmal verstehen wir sie nicht. Wir können uns jedoch gewiss sein, dass das Göttliche uns immer trägt.

In der Kirche wurde mir eine Ausbildung ermöglicht, die mit dem Abitur begann. Es war eine strenge Schule, ein Leben im Internat weit weg von meiner Familie. Aber es war auch ein Weg außerhalb des Systems der DDR. Die Kirche bot mir die Nische, um eigenständig zu bleiben und die Freiheit des Denkens zu pflegen.

Es war während des Theologiestudiums als das Unterdrückungssystem der DDR endete und ich lernte mit anderen zusammen eine Freiheit zu gestalten, die ich so noch nie erlebt hatte. Von der Ausbildung ging alles weiter wie bisher, doch das gesellschaftliche Leben änderte sich kolossal. Und nach dem ersten Theologischen Examen stellte sich mir die Frage: Ist es wirklich mein Weg, den ich da gehe? Ich entschied mich für die weitere Ausbildung zum Pfarrer und ging ins Vikariat. Die theologischen Fragen, die mich von meinem Besuch in Yad Vashem her bewegten, wollte ich in dieser Zeit vertiefen und neue Antworten finden. Ich bewegte mich zaghaft auf dem Weg zur Findung einer eigenen theologischen Sichtweise – die Berührung mit der deutschen Geschichte im zweiten Weltkrieg war ein wichtiger Richtungsmesser für mich.

Krisen habe ich in meinem Leben gelernt, als Aufgaben zu sehen. Nach jedem Einschnitt hat mein Leben eine neue Ausrichtung genommen, in der ich lernte, glücklich zu sein.

Das Leben findet im Augenblick statt. Die Vergangenheit ist vorbei und die Zukunft kommt noch. Das einzige, was zählt, ist der Moment. Wie wenn nach dem Ausatmen, das Einatmen einen neuen Impuls bekommt.

Bald wurde meine Verbundenheit zur Kirche und mein kritisches Hinterfragen mit dem Ende meiner Dienstzeit als Entsendungsdienstpfarrer neu genährt. Äußere Gründe , meine Homosexualität drängten mich zur Veränderung, drängten mich meinen Traumjob als Pfarrer aufzugeben. Wieder kam eine Zeit der Neuorientierung. Eine Ausbildung zum systemischen Organisationsberater, die Arbeit als Religionslehrer an der John-F.-Kennedy Schule zählten dazu. Wenige Jahre hatte ich mir als Lehrer gegeben, denn ich wollte es eigentlich nicht sein. Und doch wurden zwei Jahrzehnte daraus. Die Arbeit mit den Schülern wurde zeitweilig eine große Freude für mich. Ihre theologischen Fragen, ihre klare Sichtweisen auf die Welt wurde Inspiration und im System Schule übernahm ich als Koordinator des Fachbereichs Religion die Möglichkeit, Projekte interkonfessionell und interreligiös zu gestalten. Die Generationsbrücke – ein Begegnungsprojekt zwischen Schülern und Bewohnern von Seniorenheimen wurde für 6 Jahre meine Leidenschaft. Fortbilden, beraten, gestalten – singen, erzählen, basteln, spielen – die Zeit ging schnell vorbei. Und nun stehe ich beruflich an einem weiteren Ort der Veränderung.

Eine Vorstellung von Gott, der mich begleitet, der mich versteht, an meiner Seite ist und der alle Menschen liebt, hatte ich seit meiner Kindheit immer. Diese einfache Grundlage, kann ich bis heute sagen, ist mir geblieben. Im Studium habe ich alles wissenschaftlich hinterfragt und erforscht, ich habe im jüdisch-christlichen Dialog meine eigene theologische Sichtweise entwickelt und in der Begegnung mit dem Schamanismus einen direkten Bezug zum Göttlichen entdeckt. Viel Wissen und Erfahrung sind dazu gekommen, aber diese Klarheit des Kindes habe ich mir bewahrt.

Es gibt nichts zu tun, denn es ist alles getan. In der Gelassenheit und Ruhe liegt eine große Kraft.

Meine Empfehlungen

Die Arbeit mit Otto Richter hat mein Leben vom Kopf auf die Füße gestellt. Gelernt habe ich, das Menschliche mit dem Göttlichen im Alltag zu verbinden.

Christine Rührmund begeisterte mich mit ihrer Begleitung von trauernden Menschen und ihren Trauerreisen

Gabriele Riess mit ihrer ganzheitlichen Arbeit verbindet Körper und Geist. Ihre Arbeit hat mir lebendige Impuls geschenkt.

Lydia Pfister hilft mit ihrer liebevollen Art Ausdruck, Stimme und Haltung zu formen.

Silvia Rodeck lehrt authentisches Yoga und belebt die Seele mit ihrer Arbeit.

Ingrid Möbius führt in die Kraft der seelischen Stimmigkeit mit ihrer wunderbaren Arbeit.

Meine Ausbildung

  • 1986 Abitur Kirchliches Oberseminar Portsdam-Hermannswerder
  • 1992 1. Theologisches Examen an der kirchlichen Hochschule in Namburg
  • 1995 2.Theologisches Examen in Berlin und Ordination
  • 2001 Lehrbauftragung als Religionslehrer
  • 2001 Systemischer Organisationsberater
  • 2011 Heilpraktiker für Psychotherapie

Von mir gegebene Seminare

Im Jüdisch-Christlichen Dialog

  • Freude am Gesetz – zum Gesetzesverständnis von Juden und Christen (1993 Berlin)
  • Worauf warten wir noch? – Jüdische und christliche Hoffnungen auf das Gottesreich (1994 Berlin)
  • Glaube nach dem Massenmord an den Juden – „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (1995 Berlin)
  • Bettete ich mich bei den Toten – Siehe, so bist du auch da: Symbole der Auferstehung (1996 Berlin)
  • Gott schuf den Menschen zu seinem Bild – Die Verantwortung des Menschen in der Schöpfung (1997 Berlin)
  • Unserer Welt – Gottes Welt – In der Spannung zwischen  Realität und Hoffnung (1999 Berlin)

Seminare für junge Gemeindeglieder:

  • What comes next? – Expectations and reality after death (1998 Berlin)
  • Geburt – Der Anfang, der mein Leben bestimmt (1999 Berlin)
  • Alle Menschen sind Gäste – überall: Fremdsein im Spannungsfeld zwischen Neugier und Ablehnung (2000 Berlin)

Pädagogische Studientagungen für Lehrer*innen in Zusammenarbeit mit der Ev. Akademie und der Gewerkschaft für Ev. Erzieher

  • Zu richten die Lebenden und die Toten – Wen kümmert denn heute das Jüngste Gericht? (2012 Berlin)
  • Was heißt „Europäisch“? – Fragen nach einer sich wandelnden Identität in einem Europa ohne Grenzen (2014 Prag)
  • Selig sind die Sanftmütigen – Vom gewaltfreien Umgang miteinander (2015 Berlin)
  • Versöhnung und weiter? (2016 Breslau)
  • Gerechtigkeit unter den Generationen (2017 Berlin)
  • Am Anfang war das Wort … (2018 Paris)
  • Das bin ich? Abenteuer Identität (2019 Berlin

Fortbildungen

  • Fortbildung zur Qualifikation von intergenerativen Begleitern im Rahmen des Projekts „Generationsbrücke Deutschland“ (2014 – 2019 Berlin, Hamburg, Lübeck, Stendal, Wolfsburg, Aachen, Radebeul, Wroclaw)
  • Fortbildungsworkshops für Beratungsteams: Kommunikation; Einstiegsmethoden – Wie fange ich an in Tagungen mit heterogenen Gruppen (Berlin)