Auf der Suche
In einem fernen Land lebte ein Zwerg in seinem Häuschen fröhlich alle Tage. Er hatte alles, was er wollte, und das Glück war ihm hold. An seiner Seite war ein weises Wesen, dass immer wieder seine Gestalt veränderte. Aber doch für ihn erkennbar war. Ein selbstverständliches glückliches Miteinander.
Eines Abends kam er nach Haus und stellte fest, das weise Wesen war nicht mehr da. Er schaute in jede Ecke, öffnete alle Türen sah in jedes Versteck. Doch im Häuschen war es nicht. So ging er vor die Tür, rief laut seinen Namen und lauschte. Doch sein Inneres sagte ihm: Nein, es ist nicht in der Nähe. Der Zwerg lief hin und her, guckte unter jeden Strauch und hoffte bei jedem Blick um die Ecke neu. Aber nein. Es war, nichts zu hören und nichts zu sehen.
Dem Zwerg wurde es ganz schwer ums Herz, und er weinte bitterlich, denn mit dem weisen Wesen war auch sein Glück verschwunden. Lange saß er traurig und verlassen vor seinem Häuschen.
Plötzlich hörte er ein Rauschen. Voller Schreck schaute er in den Himmel und sah zwei glühende Augen auf sich zukommen. Er zuckte zusammen und wollte schon weglaufen. Da hörte er eine Stimme – die Stimme eines Uhus. „Kleiner Zwerg, warum bist du so traurig?“ „Ach, mir ist mein weises Wesen verloren gegangen, und ich weiß nicht, wo ich es finden kann.“, antwortete der Zwerg. „Sei nicht traurig kleiner Zwerg. Ich werde dir helfen. Komm` steig` auf meinen Rücken und ich zeige dir die Welt von oben.“ Zögernd stieg der Zwerg auf den Rücken des Uhus. Kaum hatte er sich an den Federn des Uhus festgehalten, breitete dieser die Flügel aus und hob von der Erde ab. Der Wind ließ die Mütze des Zwergs flattern. Und er spüre, wie der Flug ihn langsam Spaß machte.
So wagte er einen ersten Blick nach unten und war überwältigt von den vielen Lichtpunkten, die im Dunkeln aufleuchteten. So hatte der Zwerg die Welt noch nie gesehen. „Schau mal, überall weise Wesen – überall Verbündete des Glücks.“ Sagt der Uhu. „Sag` mir, wo soll ich dich hinbringen?“
Sie flogen die ganze Nacht und der Zwerg war entzückt. Doch dann rief er zum Uhu: „Bring` mich wieder zu mir nach Hause. Ich weiß, wo mein weises Wesen ist.“ Der Uhu kehrte um und flog zurück.
